Diese Ära endete allerdings schon nach 5 Jahren. Und ehrlich gesagt hätte ich das ganze schon viel früher beenden sollen. Die Bedienung war furchtbar, unübersichtlich und langsam und auch die Zuverlässigkeit war deutlich schlechter als beim alten Ring. Eine Speiche hatte einen Wackelkontakt und deshalb immer wieder zur Hälfte die falsche Farbe. Und trotz meiner überaus ästhetischen Überkopf Lötversuche schaffte ich es nicht, diesen Wackler dauerhaft zu beheben. Außerdem hatten mit den Jahren die LED Streifen deutlich an Klebekraft verloren, weshalb ich die immer wieder nachkleben musste.
Und fast das wichtigste: Mittlerweile gab es sogenannte WS2812 LED Streifen. Bei denen konnte man die Helligkeit und Farbe jeder einzelnen LED separat steuern ohne irgendwelche komplizierten Platinen für die Ansteuerung entwickeln zu müssen. Man brauchte nur einen Raspberry Pi und, wenn man so wie ich ganz nobel sein wollte, einen digitalen Pegelwandler IC. Das kam daher, weil die WS2812er LED mit 5V liefen, die Ausgänge des Raspberry Pi’s aber nur mit 3.3V. Theoretisch funktionierte es trotzdem aber mit Pegelwandler fühlte es sich elektronisch deutlich korrekter an. Auch die Spannungsversorgung der LED Streifen wurde ein wenig komplizierter. Die alten liefen problemlos mit 12V und einem handelsüblichen Netzteil von Amazon. Da die neuen aber jetzt mit weniger als der Hälfte der Spannung liefen, brauchte ich eine deutlich stärkere Spannungsversorgung und eine deutlich dickere Zuleitung. Deshalb ists ein nicht ganz so billiges Hutschienen Netzteil geworden das ich höchst professionell in das Regal hinter der Bar gelegt habe.
Auch die Digitalkameratechnologie war im Jahr 2018 deutlich fortgeschrittener als beim letzten Ring Update. Deshalb ist diesmal auch alles in wunderschönem HD dokumentiert:
Mit den Neuerungen kam auch meine Motivation zurück eine vernünftige Software für die Ringsteuerung zu schreiben. Angefangen hab ich damit, erst mal ein paar Beispiele auszuprobieren und zu schauen, wie das Ganze eigentlich so funktionierte. Und dank der Rechenleistung eines aktuellen Raspberry Pi war da jetzt deutlich mehr
möglich. Ich konnte die Farben jetzt so schnell wechseln, dass auch eine Lichtorgel einfach zu realisieren war. Und nicht nur das, auch für einen Stroboskopeffekt war das Ganze schnell genug. Deswegen hab ich auch kurz nach dem Umbau das alte Stroboskop und die Lichtorgel, die noch aus der Ursprünglichen Bar war, abmontiert.
Und so sind wir in der Gegenwart angekommen. Und bis jetzt funktioniert der neue Ring absolut klaglos.