Category Archives: Projekte

Die Geschichte des Saufpark Ringes – Teil 4: Iaz mach ma’s aber richtig

Diese Ära endete allerdings schon nach 5 Jahren. Und ehrlich gesagt hätte ich das ganze schon viel früher beenden sollen. Die Bedienung war furchtbar, unübersichtlich und langsam und auch die Zuverlässigkeit war deutlich schlechter als beim alten Ring. Eine Speiche hatte einen Wackelkontakt und deshalb immer wieder zur Hälfte die falsche Farbe. Und trotz meiner überaus ästhetischen Überkopf Lötversuche schaffte ich es nicht, diesen Wackler dauerhaft zu beheben. Außerdem hatten mit den Jahren die LED Streifen deutlich an Klebekraft verloren, weshalb ich die immer wieder nachkleben musste.
Und fast das wichtigste: Mittlerweile gab es sogenannte WS2812 LED Streifen. Bei denen konnte man die Helligkeit und Farbe jeder einzelnen LED separat steuern ohne irgendwelche komplizierten Platinen für die Ansteuerung entwickeln zu müssen. Man brauchte nur einen Raspberry Pi und, wenn man so wie ich ganz nobel sein wollte, einen digitalen Pegelwandler IC. Das kam daher, weil die WS2812er LED mit 5V liefen, die Ausgänge des Raspberry Pi’s aber nur mit 3.3V. Theoretisch funktionierte es trotzdem aber mit Pegelwandler fühlte es sich elektronisch deutlich korrekter an. Auch die Spannungsversorgung der LED Streifen wurde ein wenig komplizierter. Die alten liefen problemlos mit 12V und einem handelsüblichen Netzteil von Amazon. Da die neuen aber jetzt mit weniger als der Hälfte der Spannung liefen, brauchte ich eine deutlich stärkere Spannungsversorgung und eine deutlich dickere Zuleitung. Deshalb ists ein nicht ganz so billiges Hutschienen Netzteil geworden das ich höchst professionell in das Regal hinter der Bar gelegt habe.

Auch die Digitalkameratechnologie war im Jahr 2018 deutlich fortgeschrittener als beim letzten Ring Update. Deshalb ist diesmal auch alles in wunderschönem HD dokumentiert:

Mit den Neuerungen kam auch meine Motivation zurück eine vernünftige Software für die Ringsteuerung zu schreiben. Angefangen hab ich damit, erst mal ein paar Beispiele auszuprobieren und zu schauen, wie das Ganze eigentlich so funktionierte. Und dank der Rechenleistung eines aktuellen Raspberry Pi war da jetzt deutlich mehr möglich. Ich konnte die Farben jetzt so schnell wechseln, dass auch eine Lichtorgel einfach zu realisieren war. Und nicht nur das, auch für einen Stroboskopeffekt war das Ganze schnell genug. Deswegen hab ich auch kurz nach dem Umbau das alte Stroboskop und die Lichtorgel, die noch aus der Ursprünglichen Bar war, abmontiert.

Und so sind wir in der Gegenwart angekommen. Und bis jetzt funktioniert der neue Ring absolut klaglos.

Saufpark Lives Forever – Ein AI Song

Ja, ich hab mich in die wilden Untiefen der Musik KI gewagt und mich darin mal ein paar Stunden lang verloren. Und als ich es dann nach zwei Tagen endlich schaffte, mich wieder an die Oberfläche zu kämpfen, war ich um die Erkenntnis reicher, dass es ein riesen Aufwand war, so einen Song zu basteln. Und wäre ich auch nur ein kleines Bisschen musikalisch, dann wäre es sicher weniger anstrengend gewesen, das ganze mit ein paar Freunden zusammen von Hand zu machen. Aber es ist nunmal wie es ist und so brauchte es eben unzählige Wiederholungen bis die KI annähernd das zustande brachte, um das ich sie gebeten hatte. Zumindest den Text, den ich ihr vorgegeben habe, hat sie die meiste Zeit korrekt gesunden. Mit kleinen Ausreissern bei der Aussprachen von Wörtern wie B52. Besagter Text ist großteils von mir persönlich, aber ChatGPT hat mich dabei tatkräftig unterstützt, wenn mir wieder mal kein vernünftiger Reim oder keine alternative Formulierung eingefallen ist.

Was kam nun dabei raus? Nun, eine Auswahl von Zehn Songs, die alle den gleichen Text auf verschiedene Art interpretieren. Und Einen von den Zehn hab ich ein Lyrics Video spendiert. Das ist auch zu 100% ohne KI entstanden. Nur meine Kamera, meine Bar und Kdenlive hats dafür gebraucht:

Und hier noch die restlichen Anwärter:

Und? Würde ich es wieder machen? Wahrscheinlich, wenn mich irgendeine geniale Idee überkommen würde. Aber geplant hab ich mal nichts. Und einfach so damit herumzuspielen ist zu teuer und zu anstrengend.

Ach ja, falls es jemand selbst probieren will, hier die Website die ich verwendet habe: https://suno.com/

Die Geschichte des Saufpark Ringes – Teil 3: Weiter geht’s mit LEDs

Genaugenommen sage und schreibe 12 Jahre, um meinen Schlusssatz vom letzten Kapitel fortzusetzen. Zwar musste hin und wieder schon das eine oder andere Lämpchen getauscht werden, und manchmal waren auch Reparaturen an den Lichterketten selbst fällig, aber eigentlich lief er ohne größere Probleme. Er hätte wahrscheinlich auch noch die nächsten 12 Jahre gehalten, aber Technologie schreitet nunmal stetig voran. Und so kam im Jahr 2013 der Zeitpunkt, an dem ich über ein Upgrade nachdachte. LEDs hatten mittlerweile damit begonnen herkömmliche Glühbirnen in allen erdenklichen Lebenslagen abzulösen. Als normale Beleuchtung waren sie zwar noch etwas schwach, aber für Lichteffekte waren sie bereits gut geeignet und brachten auch noch einige Vorteile mit sich. Also hab ich erst mal damit begonnen mit einem RGB LED Streifen herumzuexperimentieren. Die konnte man ja mittlerweile sogar im OBI kaufen.
Und nachdem ich mit den Ergebnissen dieser ersten Schritte zufrieden war, ging’s erst mal dem bestehenden Ring an den Kragen. Das war schon einiges an Herumgezwicke und Gefädle bis ich den Ring von seinem bisherigen Lichterkettenschmuck befreit hatte.

Ah ja, mittlerweile hatte sich auch eine Stange zum Ring gesellt, die sich bei den Parties immer großer Beliebtheit erfreute. Aber um die geht es hier nicht.
Die helle Farbe des Ringes selbst hatte mich eigentlich schon immer gestört, weil er dadurch zu sehr in den Vordergrund rückte, obwohl der ja nur eine Halterung für den eigentlichen Effekt war. Also hab ich mich gleich daran gemacht ihn neu zu lackieren. Und ganz ehrlich, in schwarz sieht er einfach deutlich besser aus, oder?
Dann wurden die LED Streifen direkt auf den Ring geklebt und auch gleich dort mit dem Anschlußkabel verlötet. War gar nicht so wenig Arbeit, vier Drähte pro Streifen. Jeweils einen für Rot, Grün und Blau und dann nochmal einen für die gemeinsame Versorgung. Am anderen Ende des Kabels hing auch bei dieser Version wieder ein D-Sub Stecker. Falls sich noch jemand daran erinnert: Das sind die Stecker, mit denen man früher Drucker an den PC angeschlossen hat. Allerdings war der diesmal nicht für den direkten Anschluß an den PC gedacht. Das ganze direkt über den Parallelport zu machen war nicht mehr wirklich zeitgemäß. Insbesondere, weil 2013 praktisch kein PC mehr so einen Port hatte. Mit Microprozessoren und LEDs hatte ich zwischenzeitlich schon ein wenig Erfahrung gesammelt weshalb mir schnell klar wurde, dass ich die 32 Kanäle nicht alle einzeln ansteuern konnte sondern dafür ein dediziertes Bauteil verwenden musste. Und nach ein bisschen Suche im Internet fand ich den TLC5940, ein 16 Kanal LED Treiber mit PWM. Und um mit den benötigten zwei Stück dieser Treiber kommunizieren zu können entschied ich mich für einen ATtiny 2313 als Schnittstelle. Und wem das gerade überhaupt nichts sagt: Das sind diese kleinen, schwarzen rechteckigen Dinger mit den vielen Füßchen hier links. 😉 Und weil ich nicht vom System auf dem Bar PC abhängig sein wollte, sollte das ganze auch noch mit einem, damals noch ziemlich neuen, Raspberry Pi angesteuert werden. Also brauchte ich eine passende Platine um das alles zu verbinden. Das war mit KiCad glücklicherweise relativ einfach. Deutlich anstrengender war allerdings das Zusammenlöten des Ganzen. Aber für die Möglichkeit den Ring mit meinem Tablet zu steuern wars das wert.

Die relativ primitive Software hab ich dann immer wieder ein bisschen erweitert, aber leider nie soweit, dass die alten Animationen wieder funktioniert hätten. Das lag hauptsächlich an der Geschwindigkeit, mit der die einzelnen Bauteile untereinander kommunizierten. Die war leider zu langsam für flüssige LED Animationen. Aber dafür konnte ich jeder Speiche ihre eigene Farbe geben, ist ja auch was.

Und so begann die Ära des zweiten Saufpark Ringes…

Die Geschichte des Saufpark Ringes – Teil 2: Einfach und simpel

Der Entschluß war also gefasst. Aber wie sollte ich das ganze angehen? Die Lösung die im Space verwendet wurde, kam für mich nicht wirklich in Frage. Dort hingen nämlich einfach nur diese professionellen Lichterketten mit den grünen, eckigen Kabeln sternförmig an der Decke. Für das hatte der Saufpark aber eindeutig zu wenig Raumhöhe. Außerdem brauchte ich etwas mit ein wenig mehr Haltbarkeit, weil ja jeder einfach raufgreifen und daran ziehen konnte. Also hab ich mir erst mal vom Handwerker meines Vertrauens einen Ring aus Eisenrohren schweißen lassen. Mit exakt 8 Speichen. Warum genau diese Zahl? Nun, ich wollte die Elektronik so einfach wie möglich halten. Deshalb wollte ich den Ring direkt über die parallele Schnittstelle des Barcomputers steuern. Und die hatte nunmal exakt 8 Datenleitungen. Alles was ich noch zusätzlich brauchte war eine Lichterkette und ein paar Halbleiterrelais. Und ein paar LEDs, damit ich überprüfen konnte, ob die Signale richtig bei der Steuerung ankahmen. Die Steuerungssoftware hab ich damals noch in Delphi geschrieben, weil das neben Visual Basic die einzige Programmiersprache war, die ich kannte, die Programme für Windows kompilieren konnte. Das Programm selbst war ähnlich simpel wie die Elektronik. Man konnte festlegen welche der Speichen leuchten sollten, und wie schnell sie sich in welche Richtung bewegen sollten. Ja, viel war’s nicht, aber es war vom Effekt her nahe am Vorbild. Wenn auch ein bisschen weniger imposant. Aber der Saufpark ist ja auch ein wenig kleiner als das Space. 😉
Aufgrund der Tatsache, dass die durchschnittliche Digitalkamera damals gerade mal mit einer Auflösung von 320×240 filmen konnte, gibt es aus dieser Zeit leider nicht wirklich irgendwelche Live Aufnahmen von Parties. Und die wenigen Male, an denen mit VHS gefilmt wurde sind leider nicht für die Öffentlichkeit geeignet. 😉 Allerdings hab ich damals noch alle größeren Änderungen an der Bar dokumentiert, weshalb wir dieses Filmmaterial haben:

Zugegeben, narrisch flüssig war die Animation nicht. Besonders, wenn man gerade an den Einstellungen gedreht hat. Aber ein lustiger Effekt war’s trotzdem. Und der hat uns dann auch erst mal gereicht. Für einige Jahre…

Die Geschichte des Saufpark Ringes – Teil 1: Wie das Ganze anfing

Die Geschichte des Saufpark Ringes beginnt in dem Jahr, das von vielen, wenn auch mathematisch nicht ganz korrekt, als der Beginn des neuen Millenniums angesehen wurde. Genauer gesagt im Juni des besagten Jahres 2000. Da geschah es nämlich, dass unsere HTL Klasse es geschafft hatte, die Wirren der Matura zu überwinden und nun zu ihrer wohlverdiente Maturareise aufbrach. Das sonnige Ibiza war als Ziel auserkoren, und eben dort, in unmittelbarer Nähe unseres Hotels, beginnt die Geschichte.
Dort befand sich nämlich das “Space”, eine Disco, die sich selbst für ungeheuer exclusiv hielt. Und um diese Exklusivität (und unsere Finanzen) nicht unnötig zu gefährden, hielten wir uns den Großteil unserer Urlaubswoche sorgfältig davon fern und suchten weniger exklusive Locations zwecks Alkoholkonsum auf. An einem Tag ging sich aber doch ein Besuch aus. Und was mich an diesem Besuch am meisten beeindruckte, gleich nach dem Preis von 800 Peseten für eine 0,33er Flasche Wasser 1Ein Preis von 800 Peseten entsprach damals ca. 66 Schilling, was umgerechnet 4,80 Euro sind. Und das zu einer Zeit, wo eine Kiste Zipfer Märzen umgerechnet so um die 13 Euro gekostet hat., war der Lichterkettenring, der dort einen Großen Teil der Decke umspannte und im Takt der Musik blinkte. Davon gibt es allerdings keine Fotobeweise, weil mir von den Türstehern leider nicht erlaubt wurde, meine Kamera mitzuführen. Dafür gibt’s aber ein Foto wie wir gerade vom Space, über die Straße zurück in unser Hotel gehen. Auf jeden Fall aber war es dieser LIchterkettenring, der mir vom Abend im Space in Erinnerung bleiben sollte.
Wieder zurück in der Heimat, machte ich mich daran, im Saufpark ein paar kleine Hommagen an unsere Zeit auf Ibiza einzubauen. Unter anderem die neonfarbenen Gummies, die kreuz und Quer durch unser “Stammlokal”, das Garbi’s, gespannt waren (Ja, das auf dem Foto sind Gummibänder und keine Laserstrahlen 😉). Aber auch der Ring, den ich im Space gesehen hatte, ließ mir keine Ruhe. Insbesondere, weil um die Zeit herum auch gerade “I Turn To You” von Mel C. aktuell war. Und im zugehörigen Musikvideo wurde auch fleißig unter einem Ring aus Lampen getanzt. Und so fasste ich den Entschluß, dass der Saufpark ebenfalls einen leuchtenden Ring bekommen sollte.

The Ring III

So, nachdem der Saufpark seinen 19. Geburtstag ohne größere Schäden überstanden hat (und wir hoffentlich auch 😉), ist es an der Zeit, dem Ring ein kleines Update zu verpassen. Und deswegen hab ich ihn jetzt erst mal abgebaut. Schau ma…

Noch eine GPS Heatmap

Map Tiles © OpenStreetMap

Im vorigen Post habe ich darüber berichtet, dass ich es mir unter immensen Anstrengungen (😉) gelungen war, die GPX Files meines GPS Trackers, den ich zum Geotaggen meiner Fotos verwende, in nette, bunte Heatmaps zu verwandeln. Aber dort hörte meine Reise noch nicht auf. Nun da ich den Heatmap Stil von QGIS einigermaßen im Griff hatte, sah ich schon mein nächstes Ziel am Horizont: Die Wege, die ich bei meinen Fototouren gegangen war, hatte ich schon heatmapifiziert. Was noch fehlte waren die Orte, an denen tatsächlich Fotos gemacht wurden.
Nun, diese Aufgabe gestaltete sich schon ein wenig komplexer als die vorige. Ich musste nämlich erst mal die GPS Daten meiner Fotos sammeln. Und das sind jetzt gar nicht mal so wenig, wenn man mal die einzelnen Dateien zählt:
Nun, zugegeben: Das beinhaltet alle Raw Files, alle daraus generierten JPGs, alte JPGs aus meiner prä-RAW Ära und alle Hilfsformate wie zum Beispiel xmp Files. Also sind es nicht ganz so viele “echte” Fotos. Trotzdem noch eine recht anständige Menge, die es da zu durchsuchen galt. Und wie üblich bei solchen Problemen wollte ich zuerst ein Shell Script schreiben. Allerdings entschied ich mich dann doch noch kurzfristig für Python, weil da einfach jede erdenkliche Funktionalität, die ich benötigen könnte, schon integriert war. Und da mein Python noch nicht allzu flüssig ist, war bei der Programmierung sehr viel Google involviert. Aber nach ein bisschen Herumprobiererei hatte ich ein Script fertig, das mir rekursiv ein Verzeichnis nach Files mit einer Bestimmten Endung suchte, mit Exiftool die GPS Koordinaten extrahierte, diese von DMS (degrees, minutes, seconds) in DD (decimal degrees) umwandelte und dann in ein Textfile schrieb.
Und dieses Script hab ich dann in der Nacht von gestern auf heute auf meine Sammlung von Landschaftsfotos losgelassen. Nur um es heute morgen gecrasht vorzufinden. Dummerweise hatten zwei meiner Fotos anscheinend korrupte EXIF Informationen, was Exiftool dazu brachte, anstatt der GPS Koordinaten eine Fehlermeldung auszugeben. Und an dieser hatte sich mein Koordinaten Umrechner verschluckt.
War aber kein größeres Problem und schnell korrigiert, als ich Abends von der Arbeit kam. Und bei Runde zwei lief das Script glücklicherweise durch. Mit dem Ergebnis, das ihr oben in diesem Eintrag seht. Fesch, oder? Und man sieht, dass ich gerne im Larchtal und in der Egge am Weg bin 😀.
Ach ja, und Falls ihr euch wundert, warum man auf der Karte nur so wenig Punkte sieht: Das liegt an der automatischen Skalierung der Heatmap. Eigentlich sind es viel mehr Flecken, aber die sind nicht wirklich sichtbar, weil die Hot Spots so viel stärker sind. Hier als Beispiel noch einen vergrösserten Ausschnitt von Gnadenwald und Hall:

Map Tiles © OpenStreetMap

PS: Falls es jemanden interessiert, das Script liegt auf GitHub: Wopfi’s GPS Extractor
PPS: Seid nicht zu streng mir mir, ich programmiere noch nicht allzulang in Python

 

GPS Heatmap

Map Tiles © OpenStreetMap

Strava hat ja vor einiger Zeit die GPS Daten seiner User in der Global Heatmap veröffentlicht. Und mal abgesehen davon, dass diese Heatmap nützlich ist, um geheime Militärbasen offenzulegen, sieht das ganze auch noch ziemlich fetzig aus. Und weil das ganze nicht nur gut aussieht, sondern auch noch interessante Informationen anschaulich darstellt, hab ich mir gedacht, dieses Konzept wäre wohl auch für meine eigenen GPS Daten ganz geil. Also hab ich mal gegoogelt, wie man eine GPS Heatmap erstellt, ohne seine privaten Bewegungsprofile gleich mitsamt exakten Timestamps irgendwelchen Datensammlern in den Rachen zu werfen. Und siehe da, das ganze ist gar nicht so kompliziert. Im Grunde ist es sogar ziemlich einfach. Erstmal braucht man ein GIS Programm um die Daten verarbeiten zu können. Meine Wahl fiel hierbei auf QGIS, weils Open Source ist und ich es einfach über den Paketmanager installieren konnte. Und weil ich absolut keinen Plan von GIS Software habe, brauchte ich zumindest eine wage Anleidung. Auf meiner Suche wurde ich auf einen 5 Jahre alten Thread in einem GIS Forum aufmerksam. Einer der Poster beschrieb dort, dass er in Punkte umgewandelte GPX Daten in einem Vektor Layer mit Heatmap Stil visualisiert hat. Und das hab ich dann auch gleich mal probiert. Ich hab das von ihm erwähnte Qchainage Plugin installiert, bin aber draufgekommen, dass ich es gar nicht brauchte. Und um meiner Heatmap den Richtigen Hintergrund zu verschaffen, hab ich zusätzlich noch das QOSM Plugin installiert, um einen OpenStreetMap Tile Layer einblenden zu können.
Dann gings los. Ich hab einen OSM Layer erstellt und mal Kolsass und Umgebung gesucht. Dann brauchte ich irgendeine Möglichkeit, um alle meine GPX Dateien in einen Layer zu bringen. Auch hier half mir wieder das GIS Forum weiter. Und zwar mit dem folgenden Thread. Die darin empfohlene Befehlszeile

for i in $( ls path_to_gpx_files/*ride*.gpx ); do ogr2ogr path_for_output/gpx.shp -append $i track_points -fieldTypeToString DateTime; done

kombinierte die unzähligen GPX Tracks meiner diversen Fototouren in ein SHP File, dass ich dann einfach in einen Vektorlayer von QGIS importieren konnte. Dann folgte ein wenig Herumspielerei mit den Einstellungen für den Heatmap Stil und schon hatte ich eine sehr anschauliche Darstellung davon, welche Wege ich im Rahmen meiner Fotografiererei schon begangen hatte, und welche Orte ich öfter besuchte. Fetzig 😀

Das PiBook Projekt – Teil 1: Alte Festplatten

Ich denke mal, das Western Digital MyBook ist jedem ein Begriff, oder? Nun, falls nicht: Dabei handelt es sich um eine buchförmige,dsc_0503 externe Festplatte. Und weil mir das Design eigentlich gut gefallen hat, und ich Western Digital auch festplattentechnisch einigermaßen vertraue, nenne ich einige dieser USB Bücher mein Eigen. Nun begab es sich allerdings irgendwann mal, dass der verfügbare Speicherplatz von zwei dieser Platten (500GB) nicht mehr so ganz zu meiner Vorstellung von “ausreichend” passte. Da die Platten aber auch nicht zu meiner Vorstellung von “kaputt” passten, landeten sie erst mal im Keller. Eine in meinem Kellerabteil im Regal und die andere in einem komplett anderen Raum und einem komplett anderen Keller als temporärer Zusatzspeicher für unser gemeinsames NAS.
Und weil mich schon immer interessiert hatte, wie diese MyBooks von innen aussehen, und weil bei den 500GB Versionen sowieso nicht mehr viel Schaden anzurichten war, hab ich mir meine iFixit Spatel geschnappt und mal geschaut, was das Gehäuse überhaupt zusammenhält. Lustigerweise nicht viel, nur dsc_0508zwei Paar Plastikhaken. Natürlich hab ich aber davon nichts gewusst, und auch in späteren Öffnungsversuchen hat mir das Wissen um die Haken nicht geholfen, weil ich sie einfach nicht erwischt habe. Aber glücklicherweise geht das Gehäuse mit etwas sanfter Gewalt auch mit eingerasteten Haken auf. Auch wenns mich einen meiner Kunststoff Spatel gekostet hat.
Hat man die äußere Gehäuseschale entfernt, findet man eine herkömmliche WD Festplatte die zusammen mit der Controller Platine auf einem Metallträger montiert ist, der wiederum dsc_0520über vier Gummipuffer im Innenteil des Kunststoff Gehäuses hängt. Fotos gibts leider keine davon, weil ich verabsäumt habe, welche zu machen, als ich das ganze vor ca. einem Jahr auseinandergebaut habe. Dafür hab ich ein Foto von der Controller Platine, die im Endeffekt ein USB Festplatten Adapter ist und die ich auch schon ein paarmal als solchen verwendet habe.
Nun werdet ihr euch – vollkommen zurecht – fragen, warum ich eigentlich die Geschichte erzähle, wie ich eine USB Festplatte auseinandergenommen habe. Nun, vom ersten Augenblick an als ich den gut durchdachten Aufbau dieser Gehäuse gesehen hatte, verspürte ich den Drang dort etwas anderes hineinzubauen. Vorzugsweise elektronisch, mit angemessener Rechenleistung und wenn möglich mit bunten LEDs. Aber bis es soweit war, sollte noch ein wenig Zeit vergehen…

Das Absolut Lampen Projekt – Teil 6: Gut Ding braucht Weile

“Hä? Was ist denn das? Teil 6? Wo sind denn die anderen Teile?” werden sich nun wohl einige denken. Und ja, das ist ein wenig schräg, gebe ich zu. Die Teile 1-5 sind nämlich schon ein Weilchen her 😉 Die passierten nämlich alle im Jahr 2009. Wer sie nachlesen will, hier bitteschön: Das Absolut Lampen Projekt.

Warum jetzt aber das Ganze? Nun, ich hab wieder mal meinen Blog durchgeblättert und bin draufgekommen, dass ich den finalen Schritt meines Absolut Lampen Projektes immer noch schuldig bin. Und zwar den Eisblock, auf dem die Lampe nun doch schon seit einiger Zeit steht. Und deshalb werde ich das jetzt nachholen:

Das Schlimmste war also geschafft! Nach stundenlanger Löt- und Programmierarbeit hatte ich eine Lampe, die je nachdem, wieviel um sie herum los war, verschieden hell leuchtete. Fetzig! Nur sah die rohe Platine mit den drei Status LEDs aber für alle, die nicht gerade Hardcore Elektronik Freaks waren ein wenig undekorativ aus. Also musste ein passender Sockel her. Und natürlich hatte ich schon seit Beginn des Projektes etwas mit Eis im Sinn. Aus diesem Grund habe ich auch img_2640Kunsteis in verschiedenen Variationen eingekauft, um mich inspirieren zu lassen. Die Eiswürfel und -brocken sahen auch recht nett aus, nur waren sie nicht geeignet, die Absolut Flasche zu halten oder die Elektronik zu verstecken. Also entschied ich mich dafür, selbst etwas zu entwerfen. Glücklicherweise war ein Freund gerade dabei, sein Eigenheim zu bauen und hatte deshalb praktisch überall diese blauen Isolierplatten herumliegen. Mit einem kleinen Stück von eben diesen habe ich mich dann zuhause hingesetzt und mal den Schnitzer in mir rausgelassen. Und so schlecht ist mein Eisberg ja gar nicht geworden, oder? Und das Schnitzen hat gar nicht so lange gedauert. Das Aufräumen der ganzen Reste allerdings schon 😉
Noch war es allerdings nicht geschafft! Irgendwie musste ich meinen Eisberg Entwurf ja in eine Form bringen, die auch ein wenig nach Eis aussah. Glücklicherweise fand ich da ziemlich schnell jemanden, der mir mit diesem Problem helfen konnte. Und zwar einen mittlerweile leider schon verstorbenen Kollegen aus der Arbeit, der sich mit Kunstharz ziemlich gut auskannte. Ein wenig hats zwar gedauert, aber schließlich hielt ich einen perfekten Acryl Abguss (heißt das so? Wurscht 🙂 ) meines Eisbergs in Händen. Bevor der aber mit meiner Lampe vereinigt werden konnte, musste ich nochmal das sprichwörtliche Schnitzmesser in die Hand nehmen. Sprichwörtlich deshalb, weils eigentlich mein Proxxon Bohrschleifer mit einem Fräßkopf für Kunststoff war. Und diesmal habe ich mich, um der unnötigen Verschmutzung meiner Wohnung vorzubeugen, sogar vor die Tür begeben. Und ja, das war eine weise Entscheidung. Ebenso war es Weise, eine Schutzbrille aufzusetzen. Obwohl im Nachhinein betrachtet eine Staubmaste auch nicht blöd gewesen wäre. Auf jeden Fall sah ich, nachdem ich den Raum für die Elektronik und das Loch für den Bewegungsmelder gefräßt hatte selbst ein wenig nach Eisberg aus 😉 Lessig, dieser Acrylstaub!
Nun war aber endlich alles bereit für die IMG_2239Hochzeit von Elektronik und Sockel. Dabei bemerkte ich allerdings ziemlich schnell, dass ich den Bewegungsmelder nicht an der ursprünglich vorgesehenen Position auf der Platine belassen konnte, weil ich die aus ästhetischen Gründen anders gedreht einbauen musste, als ich eigentlich geplant IMG_2271hatte. War aber keine größere Sache und nach ein wenig Flachband Kabel Löterei war alles sauber im Sockel verstaut und wartete nur mehr darauf, meine Wohnung als dekorative Nachtleuchte zu verschönern.
Und das macht sie jetzt auch schon eine ziemlich lange Zeit ohne irgendwelche Probleme. Also könnte man fast sagen, das Projekt Absolut Lampe war ein Erfolg 🙂