Genaugenommen sage und schreibe 12 Jahre, um meinen Schlusssatz vom letzten Kapitel fortzusetzen. Zwar musste hin und wieder schon das eine oder andere Lämpchen getauscht werden, und manchmal waren auch Reparaturen an den Lichterketten selbst fällig, aber eigentlich lief er ohne größere Probleme. Er hätte wahrscheinlich auch noch die nächsten 12 Jahre gehalten, aber Technologie schreitet nunmal stetig voran. Und so kam im Jahr 2013 der Zeitpunkt, an dem ich über ein Upgrade nachdachte. LEDs hatten mittlerweile damit
begonnen herkömmliche Glühbirnen in allen erdenklichen Lebenslagen abzulösen. Als normale Beleuchtung waren sie zwar noch etwas schwach, aber für Lichteffekte waren sie bereits gut geeignet und brachten auch noch einige Vorteile mit sich. Also hab ich erst mal damit begonnen mit einem RGB LED Streifen herumzuexperimentieren. Die konnte man ja mittlerweile sogar im OBI kaufen.
Und nachdem ich mit den Ergebnissen dieser ersten Schritte zufrieden war, ging’s erst mal dem bestehenden Ring an den Kragen. Das war schon einiges an Herumgezwicke und Gefädle bis ich den Ring von seinem bisherigen Lichterkettenschmuck befreit hatte.
Ah ja, mittlerweile hatte sich auch eine Stange zum Ring gesellt, die sich bei den Parties immer großer Beliebtheit erfreute. Aber um die geht es hier nicht.
Die helle Farbe des Ringes selbst hatte mich eigentlich schon immer gestört
, weil er dadurch zu sehr in den Vordergrund rückte, obwohl der ja nur eine Halterung für den eigentlichen Effekt war. Also hab ich mich gleich daran gemacht ihn neu zu lackieren. Und ganz ehrlich, in schwarz sieht er einfach deutlich besser aus, oder?
Dann wurden die LED Streifen direkt auf den Ring geklebt und auch gleich dort mit dem Anschlußkabel verlötet. War gar nicht so wenig Arbeit, vier Drähte pro Streifen. Jeweils einen für Rot, Grün und Blau und dann nochmal einen für die gemeinsame Versorgung. Am anderen Ende des Kabels hing auch bei dieser Version wieder ein D-Sub Stecker. Falls sich noch jemand daran erinnert: Das sind die Stecker, mit denen man früher Drucker an den
PC angeschlossen hat. Allerdings war der diesmal nicht für den direkten Anschluß an den PC gedacht. Das ganze direkt über den Parallelport zu machen war nicht mehr wirklich zeitgemäß. Insbesondere, weil 2013 praktisch kein PC mehr so einen Port hatte. Mit Microprozessoren und LEDs hatte ich zwischenzeitlich schon ein wenig Erfahrung gesammelt weshalb mir schnell klar wurde, dass ich die 32 Kanäle nicht alle einzeln ansteuern konnte sondern dafür ein dediziertes Bauteil verwenden musste. Und nach ein bisschen Suche im Internet fand ich den
TLC5940, ein 16 Kanal LED Treiber mit PWM. Und um mit den benötigten zwei Stück dieser Treiber kommunizieren zu können entschied ich mich für einen ATtiny 2313 als Schnittstelle. Und wem das gerade überhaupt nichts sagt: Das sind diese kleinen, schwarzen rechteckigen Dinger mit den vielen Füßchen hier links. 😉 Und weil ich nicht vom System
auf dem Bar PC abhängig sein wollte, sollte das ganze auch noch mit einem, damals noch ziemlich neuen, Raspberry Pi angesteuert werden. Also brauchte ich eine passende
Platine um das alles zu verbinden. Das war mit KiCad glücklicherweise relativ einfach. Deutlich anstrengender war allerdings das Zusammenlöten des Ganzen. Aber für die Möglichkeit den Ring mit meinem Tablet zu steuern wars das wert.
Die relativ primitive Software hab ich dann immer wieder ein bisschen erweitert, aber leider nie soweit, dass die alten Animationen wieder funktioniert hätten. Das lag hauptsächlich an der Geschwindigkeit, mit der die einzelnen Bauteile untereinander kommunizierten. Die war leider zu langsam für flüssige LED Animationen. Aber dafür konnte ich jeder Speiche ihre eigene Farbe geben, ist ja auch was.
Und so begann die Ära des zweiten Saufpark Ringes…






